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Theodor Fontane (30.12.1819-20.09.1898) gilt als der bedeutendste Vertreter des literarischen Realismus in Deutschland. Ab Anfang April feiern besonders das Land Brandenburg und Berlin bis zum Jahresende unter dem Motto „fontane.200“das Jubiläumsjahr zu seinem 200. Geburtstag. Bis heute sind seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ identitäts- und bildgebend für die Brandenburger. Insbesondere seine Geburtsstadt Neuruppin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin, etwa 70 km von Berlin entfernt, führt die Veranstaltungen an.

Umzug von Neuruppin nach SwinemĂĽnde

Aus Neuruppin kam der siebenjährige Fontane 1827 mit seinen Eltern ins damalige noch wenig anziehende Swinemünde. Er wohnte hier bis 1832 in der damaligen Adler-Apotheke, die sein Vater betrieb. Heute steht anstelle der im II. Weltkrieg zerstörten Apotheke ein Wohn- und Geschäftshaus aus den sechziger Jahren, in dem das Café Sonata mit einer kleinen Ausstellung den deutschen Dichter würdigt. An der Hauswand befindet sich darüber hinaus ein Gedenkmedaillon mit deutsch-polnischer Inschrift. (Fontanefotos aus Świnoujście)

Mehr als 150 Veranstaltungen zum Jubiläum

Die Geburtsstadt Fontanes Neuruppin wird zentraler Austragungsort der Jubiläumsfeier. Das Fontanejahr wurde hier am 30. März offiziell eröffnet und wird am 30. Dezember beendet. Im Zentrum steht die Leitausstellung „fontane200/autor“ im Neuruppiner Museum. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Leben und Werk des Schriftstellers. In Potsdam zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte die Schau „Bilder und Geschichten“ vom 7.6. -30.12., wobei es um die berühmten Wanderungen geht. Parallel finden die Fontane- Festspiele in Neuruppin statt. Besondere Aufmerksamkeit gilt Jugendprogrammen, z.B. durch Game-Camps in den Sommerferien. Das volle Programm ist auch in Polnisch unter www.fontane-200.de/pl einzusehen.

Illustriertes Buch zu seinen Kinderjahren

Fontane hat sich sein Leben lang eine besondere Beziehung zu seinen Kinderjahren und damit Swinemünde und seinen Bewohnern bewahrt. Die Szenerie des Ortes kehrt in seinem Roman „Effi Briest“ verfremdet als Kessin wieder. „Alles war Poesie“ erinnerte er sich in seinem autobiographischen Roman „Meine Kinderjahre“. Gestützt auf Illustrationen von Gertud Zucker wurde auf Basis des Romans in Deutschland ein Büchlein herausgegeben, dass Theodor Fontanes Kinderjahre besonders für Kinder neu ins Bewusstsein rückt. Das Buch soll demnächst auch in Polnisch erscheinen und auf diese Weise einen Beitrag zu den Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag leisten. Im Herbst wird dazu ein deutsch-polnisches Seminar in Świnoujście stattfinden, wozu wir rechtzeitig Interessierte einladen werden. Bereits jetzt gibt es in der Tourist Information eine gleichfalls von Gertrud Zucker entworfene Fontane-Postkarte. Sie zeigt den jungen Fontane auf Stelzen laufend, was er viel besser konnte als schwimmen. Das Motiv ziert auch das Buchcover.

(Unser Autor, Prof. Dr. Wolf D. Hartmann ist Mitglied der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste in Salzburg und lebt wie die Künstlerin Gertud Zucker in Bad Saarow bei Berlin).

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