Touristen-Attraktion „Wellenbrecher“: Warum Swinemünde dicht macht

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Es gibt ernsthafte Bedenken, dass Swinemünde eine weitere Touristenattraktion verlieren könnte. Am 22. November wurde ohne Ankündigung oder Information ein Metalltor am Eingang zum zentralen Wellenbrecher installiert und mit einem Vorhängeschloss verschlossen. Wie sich herausstellte, wurde dies auf Antrag von Polskie LNG durchgeführt. All dies, damit niemand den Wellenbrecher betreten kann. Der Grund für diese Entscheidung sind die Arbeiten im Zusammenhang mit der Umzäunung bei dem Ausbau des LNG-Terminals. So behauptet das Seefahrtsamt in Stettin.

„Im Zusammenhang mit der Erweiterung des LNG-Terminals haben wir dem Investor die Erlaubnis erteilt, die Zugänglichkeit zum zentralen Wellenbrecher zu beschränken. Es ist zu bedenken, dass Wellenbrecher in erster Linie hydrotechnische Anlagen sind, die bestimmte Funktionen der Hafenzugangsinfrastruktur erfüllen “, sagt Ewa Wieczorek vom Seeamt in Stettin.

Polskie LNG versichert, dass keine Schließung des gesamten Wellenbrechers geplant ist. Das Tor am Eingang soll für Einwohner und Touristen offen sein, es sei denn, Schiffe mit LNG werden am Terminal entladen.

„Die Installation dieser Infrastruktur stand im Zusammenhang mit den gesetzlichen Anforderungen zur Gewährleistung der Sicherheit in hydrotechnischen Anlagen wie Wellenbrecher und der Sicherung des Standorts für den Bau und die Nutzung eines neuen Kais für Schiffe, die im Rahmen des Erweiterungsprogramms gebaut werden sollen“, erklärt Anna Starosta von der Pressestelle von Polskie LNG.

Die Terminalerweiterung soll bis 2023 dauern. Die Tatsache, dass selbst der Präsident von Swinemünde Janusz Żmurkiewicz nichts davon wusste, ist in der ganzen Geschichte bizarr.

„Die Entscheidung, den Wellenbrecher zu schließen, ist für mich völlig unverständlich. Ich sehe keine Begründung dafür. Nachdem ich davon erfuhr, führte ich ein Gespräch mit dem Direktor des Seefahrtsamtes in Stettin. Ich hoffe, dass ich ihn überzeugt habe, seine Stellungnahme zu ändern, und habe mich mit dem gleichen Appell auch an den Vorsitzenden von Polskie LNG gewandt “, so J. Żmurkiewicz.

Über die Schließung des Wellenbrechers sind die Bewohner der Stadt sowie die gesamte Tourismusbranche empört, die ohnehin aufgrund des Coronavirus in großen Schwierigkeiten steckt. Piotr Piwowarczyk, der Vorsitzende der Swinemünder Tourismusorganisation betont, dass jeder Wellenbrecher eine hydrotechnische Anlage ist, was nicht bedeutet, dass er für Menschen unzugänglich sein soll.

„Es gibt so viele Wellenbrecher in Polen und sie werden nicht geschlossen. Wir sind überrascht, weil niemand uns konsultiert oder mit uns gesprochen hat. Die Schließung des Wellenbrechers wäre ein schwerer Schlag für den Tourismus. Je mehr, da er sich nicht auf dem Investitionsgelände des Gasterminals befindet. Wir hoffen, dass die Entscheidung geändert wird. Als das Terminal gebaut wurde, wurde uns oft versprochen, dass der Wellenbrecher und der Strand offen bleiben werden. Das waren die Vereinbarungen des Investors mit der Öffentlichkeit “, sagt P. Piwowarczyk.

Während des Baus des Terminals haben die Behörden von Swinemünde und die LNG-Geschäftsleitung den Bewohnern wiederholt versprochen, dass sie bei der Investition nicht verlieren werden, im Gegenteil - sie können nur gewinnen. Der Strand und der Wellenbrecher sollten für alle zugänglich sein. So ist es aber nicht gekommen. Vor nicht allzu langer Zeit wurde ohne Rücksprache der gesamte Strandabschnitt zwischen dem Gasterminal und dem Wellenbrecher mit einem Netz eingezäunt. Jetzt wird das gleiche mit dem Wellenbrecher gemacht.

„Als der Zugang zum Leuchtturm unmöglich war, haben wir Touristen zum Wellenbrecher geleitet und sie kamen immer zufrieden zurück und dankten uns für den Tipp. Das wird ein großer Verlust, wenn eine so wertvolle Attraktion geschlossen wird “, sagt Basia Jurewicz, die im Leuchtturm auf dem rechten Ufer von Swinemünde arbeitet.

Interessanterweise wurde vor einigen Jahren eine Steintafel zum Gedenken an den Kaiser Friedrich Wilhelm III gefunden. Sie wurde restauriert und zusammen mit einer zweiten Gedenktafel auf dem Wellenbrecher montiert. Alles, damit Touristen etwas über die Geschichte des Bauwerks erfahren können. Die Tafeln wurden jedoch nicht an ihrer ursprünglichen Stelle installiert, d. h. am Ende des Wellenbrechers, sondern ganz am Anfang. War bereits damals bekannt, dass der Zugang zum Wellenbrecher gesperrt werden muss ? Wir werden auf das Thema noch zurückkommen.

Im Juni 1820, im Rahmen einer Inspektionsreise in Pommern, kam der König Friedrich Wilhelm III von Stettin auf dem Landweg nach Swinemünde. Er wollte das Meisterwerk der damaligen Seetechnik - die gebauten Wellenbrecher sehen. In Begleitung von zahlreichen Gefolgen ging der König bis ans Ende des Ostwellenbrechers (jetzt Zentralwellenbrecher), wo er die Bauarbeiten beobachtet hatte. An dieser Stelle wurde die erste Gedenktafel mit dem königlichen Monogramm eingelassen. Sie wurde erst im Jahr 2011 während eines Umbaus entdeckt. Eine zweite, größere Tafel wurde erst später gefunden. Beide Tafeln sind auf dem zentralen Wellenbrecher ausgestellt.

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