Die Welt auf dem Kopf

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Das Überkopfhaus in Trassenheide. Der erste Gedanke ist: die Physik kann man nicht betrügen, und das muss eigentlich ein normales Haus sein. Vor Ort erweist sich jedoch, dass da alles um 180 Grad gedreht ist, was auch zur Welt, die auf dem Kopf steht, genau passt. Hier ist doch alles auf em Kopf. Es gibt kaum einen Platz auf der Welt, wo man so viel Spaß haben kann, wie hier. Dieses Haus haben zwei Polen gebaut – Klaudiusz Golos und Sebastian Mikiciuk. Auf die Idee sind sie gekommen, als sie ein ähnliches Projekt in Orlando in den USA gesehen haben. Das berühmteste Überkopfhaus in Polen befindet sich in der Kaschubei in Szymbark.

„Das ganze Haus ist ein bisschen geneigt“, sagt Tadeusz Porecki aus Stettin, der diesen Ort besucht. „Dadurch wird unsere Raumorientierung gestört und der Effekt ist dann doppelt: nicht nur, dass alles verkehrt ist, sondern noch geneigt. In einem Moment dachte ich sogar, dass sich alles bewegt, wie auf einem Schiff“. Gleich am Eingang treffen wir auf die erste Überraschung. Die Fußmatte hängt uns über den Köpfen, anstatt unter den Füßen zu liegen. Die Nachttischlampe, das Bett und der Nachttisch hängen an der Decke. Auf dem Tisch „liegen“ sogar ein Buch und ein Notizbuch. „Die sind am Möbel mit Klebstoff festgemacht“, erklären die Mitarbeiter des Hauses.

„Die Bettwäsche und die Couchkissen sind fest angenäht. Alles ist auf eine solche Art und Weise gemacht, dass wir den Eindruck haben, dass alle Möbel und Geräte normal stehen. Nur wir stehen auf dem Kopf.“ Am meisten überraschend wirkt das Bad. Die Toilette, die an der Decke hängt – das ist doch Wahnsinn. „Ich hätte Angst, da das Wasser zu spülen“, scherzt der 8-jährige Rafał aus Swinemünde. „Alles würde nach unten fließen.“ Seine kleinere Schwester erklärt ihm das anders. Wenn alles umgekehrt ist, dann muss doch auch das Wasser von unten nach oben fließen. Wenn wir weiter gehen, sehen wir das Kinderzimmer. Kleine Bettchen aus Holz, ein bunter Schreibtisch, kleine Bilder und Teppiche – alles natürlich über unseren Köpfen. Unter den Füßen haben wir nur die Decke. Nur die Treppe, die zum ersten Stock führt, ist richtig. Eigentlich ist das die Treppe, die vom ersten Stock zum Erdgeschoss führt. Das, was Stockwerk ist, ist in der Tat das Erdgeschoss. Dort befinden sich der Flur, die Küche, das Esszimmer und das Wohnzimmer mit Fernseher.

Die besten Fotos entstehen, wenn wir die Arme hoch strecken und die über uns hängende Couch anfassen. Nach dem Umdrehen dieses Fotos sieht das so aus, als hätten wir einen Kopfstand auf der Couch gemacht. „Man kann auch den Kopf auf einen Tisch legen und später behaupten, dass man in dieser Position auf dem Kopf ein paar Minuten aushalten konnte“, sagen die Besucher.

Viele Brautpaare kommen hierher zum Fotoshooting. Die Bräute in ihren Kleidern und mit ihren Schleiern sehen aus, als schwebten sie an der Decke. Und die frisch gebackenen Ehemänner stellen sich für die Geliebte auf den Kopf. Ein unwiederholbares Souvenir. Die Geräte und Möbel wurden mit großer Sorgfalt zum Detail gefertigt. Hier haben wir sogar Blumen auf den Fensterbrettern (Wurzeln nach oben, Blätter nach unten), Kerzen auf dem Tisch, Bücher und Figürchen in den Regalen. Sogar der Fernseher ist verkehrt. Die Erfinder wollten eine Attraktion schaffen, die zumindest für nur eine Weile unsere Wahrnehmung ändern kann. Alles sehen wir dann anders. Eine zusätzliche Attraktion bildet der Miniaturenpark. Vor dem Haus stehen etwa einen halben Meter hohe Miniaturen von berühmten Schlössern, Kathedralen und Höfen aus dem nordöstlichen Teil Deutschlands.

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