Feininger - vertrieben, vergessen,wieder entdeckt

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Im nationalsozialistischen Deutschland war er verfemt. In der DDR hat man versucht, den in den USA lebenden K├╝nstler zu vergessen ÔÇô ├Ąhnlich wie in Polen die deutsche Geschichte der Stadt Swinem├╝nde. Es musste ├╝ber ein Jahrhundert vergehen ehe wir heute die Usedomer Motive in der Malerei Feiningers wieder entdecken und wir uns auf die Wege machen k├Ânnen, die er in Swinem├╝nde und Umgebung mit seinem supermodernen Fahrrad durchquert hat. Am Anfang des vergangenen Jahrhunderts hatte Feininger auf dem Fahrrad der Marke Cleveland mit vielen technischen Neuentwicklungen wie Kettenantrieb, Luftbereifung und Holzfelgen eine Menge Neugier auf Usedom erzeugt.

Die Skizzen von der Natur, die auf den Radtouren entstanden, erm├Âglichen uns heute, die einzelnen Stationen genau zuverfolgen. Feininger hielt sich in den Jahren 1908 - 1921 w├Ąhrend der Sommermonate in Heringsdorf, Neppermin und Benz auf. Von dort unternahm er kurze 15 km lange Ausfl├╝ge nach Mellenthin. Eine 40 km lange Exkursion f├╝hrte bis nach Sallenthin und ├╝ber die drei Kaiserb├Ąder nach Swinem├╝nde. Von dort aus nahm er den R├╝ckweg ├╝ber Zirchow, Korswandt, Gothen und Neuhof. Diese Route war w├Ąhrend der letzten sechs Dekaden nicht mehr m├Âglich, bis zum Jahr 2007, in dem Polen dem Schengener Abkommen beigetreten ist.

Feininger kannte Swinem├╝nde gut, weil er gerade hierhin mit dem direkten Zug aus Berlin mit seiner ÔÇ×ClevelandÔÇť anreiste. Den Hauptort des ehemaligen Landkreises besuchte er regelm├Ą╬▓ig w├Ąhrend seiner Aufenthalte auf der Insel. Hier entdeckte er seine Usedomer Lieblingsmotive: das ehemalige Rathaus
ÔÇô das heutige Museum (siehe: Reproduktion), die Wellenbrecher, die die M├╝ndung der Swine mit dem
charakteristischen Navigationszeichen in Form einer Windm├╝hle einrahmen, die nicht mehr existierende
M├╝hle, die Segelschiffe und Anlagen am Swinem├╝nder Hafen und den Leuchtturm. Feininger geh├Ârte zu den besten K├╝nstlern der deutschen Moderne.
Er war Sch├Âpfer der ersten Comic-Serie ÔÇ×The Kin-der-KidsÔÇŁ, die in der Chicago Sunday Tribune publiziert wurde, leitete die grafischen Werkst├Ątte am ber├╝hmten Bauhaus, einer weltbekannten Kunstschule.

Im nationalsozialistischen Deutschland wurde er zusammen mit anderen Avantgarde-K├╝nstlern zum Staatsfeind. Seine Bilder, Aquarelle und Holzschnitte wurden auf der durch Goebbels organisierten unr├╝hmlichen Ausstellung ÔÇ×Entartete KunstÔÇť in M├╝nchen pr├Ąsentiert, neben den Werken solcher K├╝nstler wie u. a. Marc Chagall, Wassilij Kandinski, Paul Klee oder George Grosz. Wegen des politischen Drucks der Nationalsozialisten ist Feininger 1937 mit seiner Frau aus Deutschland nach New York emigriert. Der fast siebentausend Kilometer entfernt lebende K├╝nstler verarbeitete weiterhin kreativ die Usedomer Motive. Eins seiner Lieblingsmotive ÔÇô die Kirche in Benz ÔÇô erscheint in den Arbeiten Feiningers noch in den 50-er Jahren.

Bei der Verfassung des Textes wurde das Buch ÔÇ×Papileo auf Usedom. Eine Feininger-RadtourÔÇŁ als Quelle herangezogen. Die Reproduktion des Bildes von Lyonel Feininger, das das Swinem├╝nder Museum darstellt, wurde dank der Freundlichkeit des Kunst-Kabinetts Usedom in Benz und des Galeristen Hannes Albers ver├Âffentlicht.

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