Auf historischen Spuren unterwegs

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Seit dem 19.08.2011 kann man sich frei auf der 12 km langen Europapromenade von Świnoujście bis nach Bansin per Pedes oder mit dem Fahrrad bewegen. Wer diese Strecke mit besonderem Faible für die schönen Villen der Gründerzeit erkundet, kann sich auf der polnischen Seite Appetit holen, auf der deutschen Seite kann er dann die Juwelen der Bäderarchitektur geniessen.

In Ahlbeck sind es zunächst die großen alten Hotels und die fast 120 Jahre alte letzte erhaltene Seebrücke das Wahrzeichen der kaiserlichen Seebäder. Vor dem geistigen Auge steigt der Österreichische Kaiser Franz Joseph I. beim Ahlbecker Hof in seine Kutsche und fährt zu seinem täglichen Besuch zur Kirche „Maris Stella“ nach Swinemünde um am Gottesdienst teilzunehmen.

Vorbei an den vielen Pensionen an der Ahlbecker Promenade wird mit der Grenzstrasse die frühere Ortsgrenze nach Heringsdorf überquert. Als erstes fällt im Garten des Hotels St. Hubertus, das „Muckenbüble“ auf, der „Knabe in Gefahr“ des Bildhauers Wilhelm Rösch.

Vorbei an restaurierten Holzvillen aus der Produktion der Wolgaster Actien-Gesellschaft für Holzbearbeitung, die auch schon an Swinoujscie`s Promenade zu finden sind, nähern wir uns jetzt auf dem Weg ins Zentrum des Seebades dem Wohnbereich der Bankiers des 19. Jahrhunderts, die Residenz Bleichröder – Feriendomiziel des reichsten Mannes Preußens mit der Jagtgöttin Diana als Bogenschützin im Garten.

Als nächstes fällt unser Blick auf das Sommerfrischedomiziel des Investmentbankers Benoit Oppenheim, der seine gewonnenen Millionen in Renaissanceskulpturen von Veit Stoß und Tilman Riemenschneider anlegte, die heute einen Flügel im Bayrischen Nationalmuseum füllen.

Wenn Heringsdorf sich heute Kaiserbad nennt, so liegt das im wesentlichen daran, dass der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. auf dem Balkon der Villa der Konsulin Elisabeth Staudt bei seinen Besuchen an der Ostsee seinen Nachmittagstee trank. Ein Standbild seines GroĂźvaters Wilhelm I. ziert den Garten des Hauses.

Im nächsten Haus, ebenfalls vom Bankier Bleichröder finanziert ist auch heute wieder der Luxus in Form einer Boutique zuhause. Besondere Zierde des Hauses ist das Glasmosaik im Giebel des Hauses aus der
Werkstatt des italienischen Glaskünstlers Antonio Salviati und die Säulen aus schwedischem schwarzen Marmor.

Am quirligen Zentrum des Seebades Heringsdorf vorbei kommen wir in den ältesten Teil des Ortes, auf dem Kulm. Hier erwarten uns Bauten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Zuerst einmal das Ferienhaus des Lackdosenproduzenten Stobwasser, im Jahre 1848 vom Bauunternehmen des EigentĂĽmers der Kalk- und Zementwerke in Lebbin auf Wollin Johann Quistorp mit zwei verschiedenfarbigen Klinkern aus seinen Ziegeleien erbaut.

Auch das nächste Haus des ehemaligen Österreichisch/ Sächsischen Ministerpräsidenten v. Beust
strahlt erlebte Geschichte aus. In diesem Haus traf sich v. Beust mit dem Fürsten Radzivill und dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV.

Das Ferienhaus von Theodor Fontane links liegenlassend sehen wir ein Stück weiter das älteste Heringsdorfer Beherbergungsobjekt das heute „weißes Schloss“ genannt wird und von den Gründern Heringsdorfs, den Gebrüdern von Bülow Anfang der 20ger Jahre des 19. Jahrh als Herberge für ihre Gäste errichtet wurde. Hier wohnte u.a. der 99 Tage Kaiser Friedrich III. mit seiner Frau, der englischen
Kronprinzessin Victoria im Jahre 1864.

Fritz Spalink

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