Im Herzen des U-Bootes

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Auf dem Weg zum U-Boot-Museum Peenemünde rätselten wir: Was wird uns dort erwarten? Einfach nur ein normales Schiff, welches sich unter Wasser bewegen kann? Ein übliches Museum, in welchem man Souvenirs kaufen, Ausrüstungen und viele Fotos mit den üblichen Erklärungen betrachten kann? Dann erblicken wir am Kai ein graues, bedrohlich wirkendes, auf den ersten Blick Grauen erregendes U-Boot. Es gehörte einst zu den hochgerüsteten Unterwasser-Kampfschiffen der Baltischen Flotte der UdSSR.

Über den Niedergang gelangen wir ins Innere und entdecken zunächst den Aufenthaltsraum der Besatzung. Unser erster Eindruck? Hier ist nichts tot, dieser Koloss atmet scheinbar immer noch. Er vermittelt dem Besucher sogar die Vorstellung, als ob selbst die Matrosen darin noch weiterleben würden. Man hat das Gefühl, als würde in diesem Augenblick am Kai gerade jemand die Taue lösen wollen, damit das U-Boot ins Wasser tauchen und erneut zu einem Kampfeinsatz in der Ostsee ablegen kann. So sieht unser Abenteuer auf der U 461 der Klasse Juliett in Peenemünde aus. Es wurde vor einem halben Jahrhundert für die 58. U-Boot-Brigade der Baltischen Flotte der UdSSR gebaut.

„Sonar und sowjetische Lieder“

Was wohl jedem Besucher ganz besonders überrascht, das sind die vielen unterschiedlichen Geräusche. So hört man gleich nach dem Betreten des U-Bootes das Dröhnen der Motoren und das charakteristische Ertönen des Sonargerätes. Selbst die Gespräche der russischen Matrosen fehlen nicht im akustischen „Angebot“ dieses Museums. Im Hintergrund sind Radiogeräusche zu hören, übertönt von sowjetischen Liedern.

Weiter geht es durch das Bootsinnere, von einem Raum zum anderen, immer durch die runden Luken. Ringsherum Hunderttausende verlegter Kabel, viele Armaturen, Zählgeräte und unzählige Schalter. Nur wer sich mit solchen militärischen Objekten auskennt, kann sich vielleicht denken, wozu einige von ihnen dienen.

Dann gehen wir an den unterschiedlichen Zwecken dienenden Kabinen vorbei. In einer sitzen Matrosen und trinken einen Tee (wer weiß, vielleicht ist das der typische russische Tee), andere wiederum spielen Karten. Wir blicken durch ein Türgitter. Wir belauern und belauschen die Matrosen gewissermaßen, überall ist ihr Lachen, sind ihre lauten Diskussionen zu hören. Diejenigen unter uns, die früher Russisch als Pflichtfach in der Schule gelernt haben, können einige Wörter aus dem Redefluss verstehen.

Ein Stück weiter erklingt ein schon ernsthafterer Disput. Dort spricht nämlich der Kommandant mit einem seiner Offiziere. Seine Kabine befindet sich neben dem Raum, in welchem wir den Dienstbereich für die Abwicklung des Funkverkehrs entdecken. Hier hört man das typische Rauschen der Funkstation, das durch verschiedene Stimmen unterbrochen wird.

„Vom Kalten Krieg ins Museum“

Als nächstes entdecken wir dann die Kombüse (Schiffsküche) und den Raum für die Ausgabe der Mahlzeiten an die Besatzung. Hier sehen wir einen Matrosen mit fröhlichem Gesicht und im typischen T-Shirt mit marine-weißen Streifen, ein Minibadezimmer und sogar eine Toilette. Ganz am Ende, unmittelbar vor dem Ausgang, nehmen wir zwei Torpedos wahr. Sie haben ein Kaliber von 400 mm. Jetzt dienen sie nur noch zur Besichtigung durch die Gäste. Während des Kalten Krieges dienten sie allerdings ganz anderen Zwecken … Ähnlich wie die Raketenabschussrampen auf dem Deck, die wir uns nach dem Verlassen des Schiffsinnern anschauen.

Bau des U-Bootes begann 1961. Ein Jahr später wurde es feierlich zu Wasser gelassen. Bis 1993 gehörte es zur 58. U-Boot-Brigade der sowjetischen Ostseeflotte. Mitte der 1990er Jahre wurde es zunächst als Museum nach Kopenhagen verkauft und von dort später nach Peenemünde überführt.

Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise sind in der multimedialen Präsentation zu finden.

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